Spielen und Lernen

Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zeigen, dass aktive Erfahrungen durch haptische und optische Reize für das Lernen förderlicher sind als passive Erfahrungsvermittlung. Gerade Kinder lernen in der Regel am leichtesten über ihr Handeln oder optische Reize. Auch für Erwachsene mit visuellem Lernstil trifft dies zu. Es gibt tausend gute Gründe zum Spielen, denn Spielen fördert nicht nur die kognitiven Fähigkeiten sondern auch die Entwicklung von sogenannten Soft Skills.

  • Förderung von Sozialkompetenzen

Das gemeinsame Spiel bietet sich besonders an, um – auch in Ergänzung zu schulischen Inhalten – persönliche Stärken und Sozialkompetenzen zu entwickeln wie z.B. Durchhaltevermögen und Kommunikationsstärke oder Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen. Auch das Einhalten von vorgegebenen Regeln ist keine Naturbegabung sondern Übungssache.  Affektkontrolle setzt reichliche Erfahrung voraus, Konfliktstrategien und -alternativen lassen sich spielerisch bestens erproben.

  • Förderung von kognitiven und motorischen Fähigkeiten

Die Liste der kognitiven Fähigkeiten, die durch die intensive Beschäftigung mit Brett- und Kartenspielen gefördert werden, ist lang: Konzentration, logisches Denken, taktisches Reagieren und strategisches Planen, mathematisches Verständnis, visuell-räumliche Wahrnehmung und Sprachförderung – um nur einige der Wichtigsten zu nennen. Auch Feinmotorik und Hand-Augen-Koordination werden verbessert.

  • Motivation ohne Leistungsdruck

All dies erfolgt ohne Zeigefinger oder schulischen Leistungsdruck. Fehler können ohne ernsthafte Konsequenzen gemacht werden, das Verlieren einer Partie motiviert schnell zur Entwicklung von besseren Strategien.

  • Individuelle Förderung

Die Schüler werden bei ihrem individuellen Leistungsstand abgeholt und nach Neigung und Fähigkeit differenziert gefördert und gefordert. Besonders Querdenker können hier ihre besonderen Problemlösungsfähigkeiten und ihr vernetztes Denken unter Beweis stellen – Eigenschaften, die im normalen Schulbetrieb manchmal nicht erkannt werden und daher oft nicht zum Einsatz kommen. Häufig zeigen sich bei der Beschäftigung mit Spielen erstmals besondere Begabungen im kognitiven, kreativen oder sprachlichen Bereich.

Besondere Vorteile bieten sich auchfür Schüler mit ausländischer Herkunft, die hier ihre Fähigkeiten trotz möglicher Sprachbarrieren zeigen können. Nebenbei wird die Anwendung der deutschen Sprache gefördert und mangelnde Deutschkenntnisse können ausgeglichen werden.

  • Integration und Vernetzung

Ein weiterer sozialer Aspekt eines Zusatzangebotes mit spielerischen Inhalten liegt in der Förderung der Vernetzung der Kinder untereinander. Schülern der neu zusammengestellten Klassen an Primarschulen wird so der Einstieg und die Eingewöhnung erleichtert. Bei einem für alle Jahrgangsstufen offenen Angebot wird die Gruppendynamik nicht nur innerhalb des Klassenverbandes sondern auch auf dem Pausenhof oder in klassenübergreifenden Unterrichtsfächern wie Sport oder Religion/Ethik verbessert.

Andere wichtige Ziele sind die bessere und schnellere Integration von Quereinsteigern oder Schülern mit Migrationshintergrund.

  • Gegenpol zu Medienkonsum

Und nicht zuletzt bietet das gemeinsame Spielen und Lernen von Angesicht zu Angesicht ein wichtiges Gegengewicht zum immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien Fernsehen und Computer. Kommunikationsfördernde Spielkultur sollte daher nicht nur im familiären sondern auch im schulischen Bereich gestärkt werden!