Pilotprojekt an Montessori-Schule Neubiberg: Bilinguale Brettspiel-AG

Von 2012 bis 2013 führte ich erstmals im Rahmen eines Pilotprojekt an der Emile Montessori-Schule in Neubiberg eine bilinguale Brettspiel-AG durch. In diesem klassenübergreifenden Projekt für die 4. ‑ 7. Jahrgangsstufe stand ganz besonders die individuelle englische Sprachförderung im Vordergrund. Neu an dieser didaktischen Methode zum Erwerb und zur Vertiefung von Fremdsprachen ist die Verknüpfung vom spielerisch-strategischem Denken und Sprachtraining, fernab von Vokabeln pauken und deklinieren. Der Wunsch zu gewinnen bringt das Gehirn von allein auf Trab und englische Konversation wird spielend leicht verinnerlicht.

Zum Einsatz kamen Brett- und Kartenspiele wie Siedler von Catan, Carcassonne, Zooloretto und andere Spiele des Jahres. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Spielen mit hohem Kommunikationsanteil.

Durch die gedankliche Auseinandersetzung mit den Spielinhalten und die visuelle Verknüpfung wird  bei dieser Methode das Erlernen von neuen Begriffen erleichtert und das freie Sprechen gefördert. In den Spielzügen wird das neuerlernte Wissen direkt in wohlüberlegte Handlungen umgesetzt, so dass die Schüler dabei gleich auch wichtige Transferleistungen erbringen.

Ganz nach dem pädagogischen Verständnis des Begriffs Immersion können die Schüler in die Sprache „eintauchen“. Sie erlernen ihren Gebrauch quasi nebenbei – ohne es zu merken und ohne schulischen Leistungsdruck. Während der Erklärung des Spielziels- und -ablaufs verinnerlichen die Schüler das notwendige Vokabular allein durch die Wiederholung und die Anwendung. Da die einzelnen Spielzüge vom Erklärer anhand des Spielmaterial illustriert und vorgemacht werden, können sich die Schüler den Inhalt der Anweisungen selbst erschließen, auch ohne jedes Wort bereits zu kennen. Nach einiger Zeit bildet sich so ein Grundwortschatz für die Spielanweisungen, so dass die Schüler sich nach und nach auch das Vokabular des jeweiligen Spielthemas aneignen und es aktiv im Spiel einsetzen können.

Neben dem kommunikativen Aspekt fördert die Beschäftigung mit Brett- und Kartenspielen in besonderem Maße sowohl persönliche Stärken und Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstvertrauen und Frustrationstoleranz als auch kognitive Fähigkeiten wie logisches und räumliches Denken oder Kombinationsgabe.

Diese übergreifende Form der individuellen Förderung steht ganz im Einklang mit der Montessori-Pädagogik, zu deren Hauptzielen der selbstbestimmte und -gesteuerte Erwerb von Wissen und die Erhaltung der natürlichen Freude des Kindes am Lernen gehört.

Besonders letzteres ist ein Ziel, das natürlich auch in jeder anderen Schulform an oberster Stelle stehen sollte. Bitte wenden Sie sich jederzeit an mich, wenn Sie Fragen zu diesem oder anderen Projekten haben. Gerne erarbeite ich mit Ihnen gemeinsam ein maßgeschneidertes Konzept auch für Ihre Einrichtung!

Dieses Pilotprojekt wurde von folgenden Verlagen unterstützt:

Weitere Informationen zum Thema:
Wie gewinnbringend Spiele auch sonst im schulischen Bereich eingesetzt werden können, zeigt das Projekt Spielen macht Schule, eine Initiative des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“ und des Transferzentrums für Neurowissenschaften.